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SCHIFF AHOI

Meine erste Kreuzfahrt, wie sehr habe ich mich auf sie gefreut! Vom Hafen in Miami ging es mit der „majesty of the seas“, einem Schiff der royal caribbean cruise line, 4 Tage durch die Karibik. Herrlich!

DIE ANKUNFT AUF DEM SCHIFF

Unsere boardingtime war um 11 Uhr morgens, sodass wir bis zum Ablegen noch gute 5 Stunden Zeit hatten das Schiff mit seinem Theater, dem Casino, Fitnesscenter und Spa zu erkunden. Der Ausblick vom Oberdeck war atemberaubend. Ganz Miami lag uns zu Füßen. Nach den ersten überwältigenden Eindrücken machten wir uns auf die Suche nach unserer Kabine. Gar nicht so leicht auf einem so riesigen Schiff, da alles verdammt ähnlich aussieht. Ein riesiger, langer Gang mit buntem Teppich, rechts und links nur Türen. Erst nach gefühlten 30 Minuten sahen wir von weitem unsere Koffer vor einer der unzähligen Kabinen stehen.

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Die Kabine ansich war klein aber gemütlich. Wir hatten ein Fenster im Zimmer, was ich auch jedem Neu-Kreuzfahrer empfehlen würde. Es ist schön morgens aufzuwachen und gleich sehen zu können, was draußen auf einen wartet.

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Nachdem wir uns in unsere Badesachen geworfen hatten, ging es rauf zum Pooldeck. Der Empfang lies keine Wünsche offen. Eine karibische Band spielte auf einer Bühne landestypische Rhythmen, es gab Sonnenliegen und Pooltücher zur Genüge und die Kellner bemühten sich sehr um jeden einzelnen Gast. Was aber nicht mehr oder minder daran lag, dass diese pro verkauftem Getränk eine zusätzliche Provision bekamen. Die Preise waren meiner Meinung nach dennoch moderat.

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DAS ESSEN

Nach einer Stunde Cocktails schlürfen und Leute beobachten, führte uns der Hunger in eines der Buffet-Restaurants. Hier gab es eine wirklich riesige Auswahl leckerer Gerichte. An Fisch, Fleisch, Salaten, Tortillas, Pizza, Pasta und Desserts konnte man sich kugelrund essen. Selbst wenn die Restaurants geschlossen hatten, dauerte es keine 5 Minuten bis irgendwo eine Snackbar öffnete oder es ein Softeis gab. Von dem abendlichen Dinner im Spezialitätenrestaurant fang ich gar nicht erst an. Eine Diät sollte man auf einer Kreuzfahrt definitiv nicht beginnen.

DU WIRST SCHON NICHT SEEKRANK

Noch immer lag die „majesty“ im Hafen und über uns wurde der Himmel immer dunkler. Kein gutes Zeichen, schon gar nicht für mich Angsthasen mit üblem Reizmagen. Ich werde normalerweise schon auf einer Luftmatratze seekrank. „Das ist ein großes Schiff“ haben alle gesagt, „du brauchst keine Medikamente, das Boot liegt wie ein Brett im Wasser.“ Von wegen!

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Keine 10 Minuten nach der imposanten Ausfahrt aus dem Hafen vorbei an den Luxushotels von Miami Beach, irrte ich panisch zu unserer Kabine. „Reisetablette, ich brauche eine Reisetablette“. Dank meiner Mitreisenden und meines Übermutes hatte ich jetzt den Salat. Es war zu spät. Die Reisetablette sah noch bevor sie unten ankam wieder das Tageslicht. Irgendwann kamen die Klugscheißer von Freunden vorbei, um sich für das Abendessen frisch zu machen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich ganze sieben Mal davon überzeugt, dass ich im Vorfeld doch Medikamente hätte nehmen sollen.

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WAS TUN WENN ES EINEN DOCH ERWISCHT?

Zu meinem Glück hatte ich mir noch in Deutschland rezeptpflichtige Reisepflaster von Scopoderm verschreiben lassen. Die hatten mich auch schon über den 9-stündigen Flug gerettet. Allerdings traten bei mir Nebenwirkungen wie ein trockener Mund und vorübergehende Weitsichtigkeit auf. Egal, mein Magen konnte nicht mehr und so klebte ich es mir wie angegeben hinter das Ohr. Zur Sicherheit und um die genannten Effekte zu minimieren, klebte ich mir noch ein normales Pflaster darüber. Die Weitsichtigkeit entstand wahrscheinlich durch das Haare waschen und ins Auge reiben des Wirkstoffes. Ein Pflaster kann nämlich bis zu drei Tagen getragen werden. Nach ca. 5 Stunden Einwirkzeit ging es mir wesentlich besser und ich konnte wieder an Deck, frische Luft schnappen. Nächstes Mal zögere ich keine Sekunde das Zeug zu nehmen!

BADEAUFENHALT AUF COCO CAY ISLAND

Am nächsten Tag wachten wir nach einer erholsamen Nacht auf und ankerten vor einer wunderschönen kleinen Inselgruppe. Um uns herum sah man in einiger Entfernung noch weitere Schiffe, da die Redereien alle eigene kleine Privatinseln besitzen. Nach einem großartigen Frühstück wurden wir mit Tenderbooten an Land geschifft. Das ging recht schnell und problemlos. Auf den ersten Blick waren wir im Paradies angekommenem. Bei unserer Erkundungstour beeindruckte mich vorallem, wie weit ich ins offene Meer laufen konnte, ohne das mir das Wasser bis über die Knie ging. So toll! Überall standen Palmen, im Sand fand man die schönsten Muscheln und das Wetter war ein Traum. Karibikfeeling pur.

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Ein paar Stunden später wurde man allerdings recht schnell wieder zurück in den Massentourismus geholt. Beim Barbecue kamen alle Passagiere, die sich so schön über die Insel verteilten, wieder zusammen und es entstand in kürzester Zeit ein riesiger Berg aus Plastikmüll. Leider ist nicht jede Nation mit Mülltrennung und Umweltbewusstsein aufgewachsen. Kein Wunder also, dass die Hälfte des Mülls später auch unter Wasser wiederzufinden war. Insgesamt war es aber ein toller Tag auf Coco Cay Island. Wir haben uns herrlich entspannt. Wer mehr Lust auf Action hatte, für den gab es zahlreiche Möglichkeiten gegen Bares den Tag etwas spannender zu gestalten. Es gab einen Aquapark, Rutschen, Kanus, Wasserski und noch vieles mehr.

Am Abend ging es wieder zurück aufs Schiff, um am nächsten Morgen pünktlich in den Hafen von Nassau einzulaufen.

LANDGANG IN NASSAU UND AUF PARADIES ISLAND

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Die Hauptstadt der Bahamas hat einen schönen natürlichen Hafen und liegt direkt neben Paradise Island mit dem bekannten Atlantis Hotel. Vor Ort lagen insgesamt fünf Kreuzfahrtschiffe, unseres inklusive. Eines davon war die „oasis of the seas“. Mit ihrem Schwesterschiff, der „allure of the seas“, ist sie das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Unglaublich welches Ausmaß dieses Ding hat! Schätzungsweise 10.000 Menschen stürmten also gleichzeitig das beschauliche Nassau.

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Der Ort lebt vom Torismus. Kaum vom Schiff runter, fingen uns die Einheimischen ab um ihr Geschäft zu machen. Es gab Touren zu buchen, Taxis zu mieten und diverse Artikel zu kaufen. Wir entschieden uns Nassau vorerst zu Fuß zu erkunden. Nach einem kleinen Stadtbummel fuhren wir anschließend mit dem Taxi zum Atlantis Hotel. Leider kam man nicht wirklich nahe heran, ohne horrend teure Eintrittsgelder zu bezahlen. Aber auch das Außengelände war ein Besuch wert. Mit einem Ben & Jerry’s Eis machten wir uns nach einiger Zeit wieder auf den Rückweg nach Nassau. An einer Ampel hielt vor uns eine weiße Limousine an, aus der uns ein Mann zuwinkte und rief „need Taxi“ – warum nicht dachten wir und stiegen ein.  Als wir die Tür öffneten saßen überraschenderweise schon 5 bis 6 Leute in dem prolligen Gefährt , aber um so lustiger wurde die Fahrt.

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Zurück am Hafen genossen wir noch für einige Minuten das türkisfarbene Meer und gingen baden. Vom Strand aus hatten wir die perfekte Position um der „oasis of the seas“ beim Ablegen zuzuschauen. Wirklich unglaublich diese Millimeterarbeit! Wenig später gingen auch wir wieder an Board.

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VOLLE FAHRT VORAUS

Wir genossen die Weiterfahrt in einem der Whirlpools und ließen es uns noch einmal richtig gut gehen. Am morgen wachten wir wieder im Hafen von Miami auf. Die Kreuzfahrt war vorbei, leider!

WÜRDE ICH NOCHMAL AN BORD GEHEN?

Den Gedanken sein Hotel immer dabei zuhaben und täglich an anderen aufregenden Orten zu ankern, finde ich super. Man sieht so viel in kurzer Zeit. Allerdings ist es auch wirklich extremer Massentourismus. Es verläuft sich zwar alles sehr, aber wer auf Individualreisen steht, ist hier fehl am Platz. Als Test ist eine 3 bis 4-tägige Kreuzfahrt genau das Richtige. Besonders um festzustellen, ob man seetauglich ist.

Auch mein Vorurteil, dass nur ältere Menschen auf solchen Schiffen unterwegs sind, wurde widerlegt. Es war jede Altersklasse vertreten, bei uns waren besonders viele Junggesellenabschiede und College Studenten an Bord. Die Stimmung war wirklich super. Für mich eine tolle Erfahrung, trotz des kleinen Zwischenfalls. Ich schließe also nicht aus, ein weiteres Mal die Welt auf dem Seeweg zu erkunden.

Wie sind eure Erfahrungen mit Kreuzfahrten, seid ihr auch schon einmal in See gestochen?

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