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LUXUS UND LEID AUF KOS

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Mitte August sind mein Mann und ich in unseren ersten Cluburlaub gestartet. Eine Woche Rundumversorgung pur. Das beinhaltet nicht nur Essen und Trinken bis der Arzt kommt, sondern auch Sport und Animation an allen Ecken und Enden. Mh, ob ich da überhaupt der Typ für bin? Naja, kann man sich ja mal anschauen. 🙂

Das günstigste „Angebot“ hat uns in den Magic Life Club Marmari Palace auf Kos geführt. Wobei „Angebot“ relativ ist. Wir haben zur Hauptsaison in den Ferien für 2 Erwachsene im Doppelzimmer 1980 Euro gezahlt. Nicht billig!

DER ERSTE EINDRUCK VOM CLUB

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Die Anlage war wirklich super schön. Vom Haupthaus hatte man einen Mega-Blick über die Ägäis und die riesige Poollandschaft des Hotels. Es war wirklich nicht mit den Bildern im Netz zu vergleichen. Das kann man nicht beschreiben, einfach nur wunderschön. Der Stil des Hotels ist aber auch echt toll fürs Auge, man hat nicht einfach einen riesigen Hotelbunker, sondern viele kleine 2-stöckige Villen verteilt auf ein zig Quadratmeter großes Areal.

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Mit dem Golfwagen wurden wir zu unserer Unterkunft chauffiert. Das Zimmer war wirklich groß und gut gelegen. In den Pool konnte man fast fallen, und der Sportpavillion, der Tennisplatz und das Meer waren auch in Sichtweite.

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Tipp: Ich habe ca. 1,5 Wochen vor unserer Anreise eine kurze E-Mail an das Hotel geschrieben und Wünsche für unser Zimmer durchgegeben (renoviert, nicht im Hauptgebäude, ruhig gelegen). Wenn man freundlich fragt, klappt es so gut wie immer. Außerdem ist ein kleiner Hinweis auf eine spätere Bewertung bei Holidaycheck auch nicht schlecht. Wir hatten zumindest keinen Meerblick gebucht und konnten es dann doch von der Terrasse aus sehen. 😉 Es versteht sich von selbst, dass die Bewertung dann auch geschrieben werden sollte. Meine findet ihr hier.

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ANIMATION, SPORT & ESSEN

Nach unserer Ankunft brauchten wir gut einen Tag, um alles zu erkunden und rauszufinden, welche Aktivität wann stattfindet. Dafür gab es ein sogenanntes Activ-Board. Dort konnte man genau sehen, wann z.B. Mountainbiketouren, Fitnesskurse, Surfen oder noch viele weitere Angebote losgingen.

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Wenn man wollte, konnte man also rund um die Uhr aktiv sein. Das war wirklich cool, zumal man trotzdem auch überall Rückzugsmöglichkeiten hatte und auch einfach mal einen Tag am Strand oder Pool chillen konnte ohne überhaupt etwas davon mitzubekommen. Wir haben die Biketouren, den Kanuverleih, die Tennis- sowie Fitnesskurse und Beachvolleyball genutzt. Sport im Urlaub bei mehr als 30 Grad kostet erstmal Überwindung, lohnt sich aber. Alle Trainer und Guides sowie das ganze Equipment waren wirklich top.

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Das Essen und die Getränke waren gut, aber ich hatte mir bei dem Preis mehr darunter vorgestellt. Mehr Qualität statt Quantität. Es gab aber noch ein italienisches und ein griechisches Restaurant, dort war das Essen besser als im Hauptrestaurant. Die Cocktails hingegen hatten einen echt guten Standard. Es variierte zwar etwas, aber unsere täglichen Tests hat besonders der Mojito immer bestanden. 🙂

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FLÜCHTLINGSDRAMA

Mitte der Woche haben wir uns einen Mietwagen geliehen. Man hat in der Anlage zwar alles was man braucht und kommt theoretisch eine Woche so gut wie ohne Bargeld aus, aber man sieht natürlich auch nichts vom Land. Was für mich so gar nicht geht.

Die erste Station war Kos Stadt. Wir hatten die Medien vor dem Urlaub verfolgt und wussten natürlich um das Flüchtlingsdrama. Was wir dort sahen, hatten wir so jedoch nicht erwartet. Plötzlich war das Thema nicht mehr ganz weit weg. Wir standen mittendrin! Es war wirklich erschütternd. So viele gestrandete Menschen hausten auf den Straßen, bei unerträglicher Hitze. Ohne Essen ohne Trinken und ohne ein Dach über dem Kopf – einfach im Stich gelassen. Keine Hilfe in Sicht und Leid an jeder Ecke. Ich mag mir gar nicht vorstellen, welches Martyrium die Leute hinter sich gebracht hatten, während ich mir in meinem schicken AI-Resort den Bauch vollschlug.

Als deutscher Staatsbürger vergisst man einfach zu oft, wie gut es einem eigentlich geht und wie privilegiert wir unser Leben führen dürfen! Anderen Menschen die Chance auf eben solch ein Leben in Sicherheit zu verwehren, ist einfach nur eine Schande! Es war schwer für mich bei dem Anblick nicht in Tränen auszubrechen und für mich war klar, ich werde helfen. Helft auch ihr! Infos findet ihr z.B. hier.

KOS ERLEBEN

Nichts desto trotz, ist Kos Stadt ein kleiner, bezaubernder und wunderschöner Ort. Von der Burg hat man einen herrlichen Blick rüber nach Bodrum. Vom Hafen legen täglich Fähren dorthin ab. 1x pro Woche ist in Bodrum Bazar. Wer also in der Türkei shoppen möchte, sollte freitags übersetzen. Generell kann man am Hafen zahlreiche Bootstouren rund um die Insel oder zu den Nachbarinseln buchen.

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In der Mittagshitze machten wir noch einen Abstecher zur Embros Therme. Keine so gute Idee. Erstens war der Fußweg dort hinunter bei 35 Grad doch etwas beschwerlich und zweitens ist danach eine heiße Quelle keine Abkühlung! 🙂 Trotzdem saßen zig Menschen in dem natürlichen Heilbad. Bei weniger heißen Aussentemperaturen bestimmt ein Genuss. Badeschuhe aber nicht vergessen, der Boden ist sehr steinig. Nur die Esel, die die Touristen nach dem „Wellness-Tag“ wieder hoch tragen mussten, taten mir leid. Aber sie waren so niedlich!

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Weiter ging es auf die andere Seite von Kos, auf die Kefalos Halbinsel. Hier gibt es viele wunderschöne Strände, die schon an der Hauptstraße ausgeschildert sind. Der bekannteste, aber wohl auch vollste ist der Paradise Beach. Deswegen entschieden wir uns für den Camel Beach in der Nachbarbucht. Er ist kleiner, leerer und eignet sich ganz gut zum Schnorcheln. Oberhalb des Strandes findet man ein bei Einheimischen sehr beliebtes Fischrestaurant. Also ein Ort für den perfekten Strandtag!

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Anschließend fuhren wir mit dem Auto weiter Richtung Kefalos. Entlang der Straße gibt es 2 bis 3 gute Aussichtspunkte um Halt zu machen und ein paar Fotos von der kleinen, vorgelagerten Insel Kastri zu schießen. Eigentlich wollten wir dorthin schwimmen, da es nicht weit vom Strand entfernt liegt, und eine niedliche Kapelle auf ihr erbaut ist. Leider war die Zeit zu knapp um wirklich alles auf unserer „To-Do-List“ abzuarbeiten, und so mussten wir uns mit einem Blick von Weitem zufrieden geben.

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Kefalos ist ein niedliches Städchen im typisch griechischen Stil. Sollte ich nochmal nach Kos reisen, würde ich mich wahrscheinlich für eine Unterkunft auf der Halbinsel entscheiden. Mir persönlich hat dort die Umgebung besser gefallen. Irgendwie ursprünglicher.

Oberhalb der Stadt befindet sich nach ca. 10 Minuten Fahrt ein Parkplatz von dem man eine unbeschreibliche Aussicht hat! Wir waren eigentlich auf der Suche nach dem Cavo Paradiso, einem naturbelassenen Strand am Ende der Insel. Der Parkplatz lag direkt auf dem Weg, wenn man der Beschilderung zum Strand folgt. Wir haben allerdings nach ca. 30 Minuten Berg- und Talfahrt aufgegeben. Nachdem der Weg immer schlechter wurde, und uns sich eine Herde Ziegen in den Weg stellte, war der Zeitpunkt gekommen, umzukehren. 🙂

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Außerdem wollten wir den Sunset im Bergdorf Zia nicht verpassen. Ein absolutes Highlight! Also ging es mit voll Speed vom Hinterland in Kefalos rüber nach Zia. Kurz vor Sonnenuntergang parkten wir unseren Mietwagen. Perfektes Timing. Die Sonne verabschiedete sich gerade langsam ins Meer. Das muss man einfach gesehen haben. Es war ein richtiges Spektakel. Wer früh genug da ist, der sucht sich am besten einen schönen Platz in einem der zahlreichen Restaurants. Besser kann man Griechenland nicht erleben!

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Gegen 21.30 Uhr waren wir wieder im Hotel und ich muss sagen, die meisten Hinweise im Netz unterschätzen eine Sache leider etwas: Kos schafft man meiner Meinung nach nicht an einem Tag mit dem Auto zu erkunden. Wenn man sich wirklich viel ansehen und noch eine Badepause einlegen möchte, empfehle ich mindestens 2 Tage. Unser „MERIAN live! Reiseführer“ Kos hat uns gute Insidertipps für die Tour geliefert und mit der integrierten Karte konnten wir uns gut zurecht finden. Ein Navi gab es beim Autoverleih nämlich nicht mit zu mieten. 🙂 Ist aber auch nicht nötig gewesen.

FAZIT

Die restlichen Tage verbrachten wir wieder in unserem Magic Life Kokon. Es war ein schöner Urlaub mit viel Action und eher weniger Kultur. Dennoch hat es mir gefallen. Preis-Leistungstechnisch muss jeder selbst entscheiden, ob einem diese Art von Urlaub die Stange Geld wert ist. Mein nächster Urlaub wird wahrscheinlich eher wieder etwas individueller, aber ich möchte nicht ausschließen, in Zukunft noch einmal einen Cluburlaub zu verbringen. Ich denke gerade mit einer Gruppe von Freunden, kann man so einen perfekten Bade- und Funurlaub verbringen.

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Tipp: Auf vielen Seiten von Cluburlaub-Anbietern kann man genau seine Wünsche eingeben und am Ende bekommt man den für sich am besten passenden Club vorgeschlagen. Das sollte man wirklich bei der Wahl berücksichtigen und nicht nur nach dem besten „Angebot“ auswählen. Denn unser Club war schon eher ein Highlight für Familien.

 

 

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