Städtetouren
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KOPENHAGENS SONNENSEITEN

Leider hat es mit meinem Kopenhagen Artikel etwas gedauert, aber ich musste mich und meine Eindrücke tatsächlich erst einmal sammeln. Ist mir so auch noch nie passiert.

Viele haben mich nach meiner Rückkehr gefragt, wie es denn so gewesen ist in Dänemarks Hauptstadt. Ich konnte einfach keine richtige Antwort darauf geben. Heute würde ich sagen Kopenhagen hatte Licht und Schatten. Sie wird nicht meine Lieblingsstadt, aber es gab definitiv viele Sonnenseiten.

DIE ANREISE

Wir fuhren mit dem Auto von Hamburg nach Kopenhagen und hatten uns zuvor für einen kleinen Umweg über die Storebælt Brücke entschieden. Der erste Grund für diese Entscheidung war, dass wir so ein wenig mehr vom Land sehen konnten und der zweite, dass ich mir bei dem herrschenden stürmischen Nordwetter die Fähre von Puttgarden rüber nach Rödby doch lieber verkniffen habe. Außerdem war der Weg über die Brücke mit unserer 4er Besetzung im Auto auch die günstigere Variante.

Pro Überfahrt kostete es gerade einmal 33 Euro. Gezahlt werden konnte am „Manuel Schalter“ in dänischen Kronen oder direkt in Euro. Mit Euro allerdings nur in Scheinen. Den Restbetrag gab es in Kronen zurück und das zu einem recht guten Kurs. So kann man sich das teure Geldwechseln in Deutschland sparen.

Leider hat uns bei der Aussicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber auf dem Rückweg hatten wir zum Glück eine Wolkenlücke. Klare Sicht über den „großen Belt“, wirklich eine Sonnenseite Dänemarks.

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LEBEN WIE EIN LOCAL

Auch bei unserer Unterkunft wollten wir möglichst low-budget, aber stilecht übernachten. Also haben wir im Vorfeld eine Wohnung über airbnb gebucht. Wir zahlten rund 30 Euro pro Nacht und Person. Richtig günstig für das sonst ziemlich teure Kopenhagen. Die Wohnung sollte laut Beschreibung sehr zentral im angesagten Stadtteil Nørrebro liegen. Da es meine erste Buchung über airbnb war, war ich dementsprechend gespannt.

Ich muss zugeben der erste Eindruck der Straße, in der die Wohnung lag, war eher gespalten. Das „angesagte Viertel“ war auf den ersten Blick wirklich keine Augenweide. Aber gebucht ist gebucht und neue Erfahrungen sind ja mit das Beste am Reisen.

Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, nahm uns der sehr nette, aber auch leicht skurrile, Gastgeber in Empfang und zeigte uns die Wohnung. Es war soweit eigentlich alles wie auf den Fotos im Netz, nur Sauberkeit liegt wirklich immer im Auge des Betrachters. Dennoch würde ich wieder über airbnb buchen, allerdings mit einem etwas höheren Budget.

Die Lage an sich war allerdings wirklich gut, und somit die erste Sonnenseite des Tages. In ca. 20 Minuten war man zu Fuß in der Innenstadt. Es ging vorbei an unzähligen Fahrradläden, Gemüsehändlern, Blumenläden, Bistros und kleinen Bäckereien. Alles ein wenig alternativ, aber bunt und quirlig.

Direkt um die Ecke von unserer Wohnung befand sich auch ein gutes Restaurant, das Oysters & Grill. Wer Seafood mag und ca. 10 Euro für ein Glas Weißwein berappen möchte, der wird dort einen schönen Abend verbringen. Aber Achtung, ohne Reservierung geht nix. Auch hier darf man vom äußeren Erscheinungsbild nicht auf das Innere schließen, wie in der ganzen Gegend. 😉

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SIGHTSEEING MARATHON

Das Wetter wechselte dank des ordentlichen Windes ziemlich schnell, und so hatten wir am nächsten Tag das Glück unsere Tour durch Kopenhagen bei Sonne und Wolken zu starten.

Assistẹnzfriedhof

Direkt gegenüber unserer Wohnung lag der Assistẹnzfriedhof (Assistẹns Kirkegård). Mit seinem ganz eigenen Charme wird er von den Kopenhagenern als „normale“ Parkanlage genutzt. Hier wird z.B. am Grab von Hans Christian Andersen vorbeigejoggt und im Sommer sogar gepicknickt. Sehr schöne Idee, wie ich finde.

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Torvehallerne

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Weiter ging es zu Fuß zu den Torvehallerne. Die Markthallen bieten mehr als 60 Ständen Platz. Hier bekommt man alles, was sich das Genießer-Herz wünscht. Zwischen frischem Fisch, duftenden Kaffeebohnen, Käse und Kräutern kann man gut mit Freunden bei einem Getränk an der Weinbar sitzen oder ein traditionelles Smørrebrød essen. Bei 8 Euro pro Schnitte, haben wir uns dann aber doch dagegen entschieden.

Mein eigenes „homemade Smørrebrød“ muss sich übrigens nicht gegen das Original verstecken. 🙂

Als Snack zwischendurch gibt es ein paar Meter vor den Hallen ein weitaus preisgünstigeren traditionellen Hotdog-Stand. Lecker, günstig und auch ein Klassiker.

Botanischer Garten

Der Garten ist wirklich super schön angelegt und man konnte ganz entspannt für lau an wunderschönen Beeten und tollen Wasserlandschaften entlangschlendern. 10 Hektar grüne Oase mitten in der Innenstadt. Werft unbedingt einen Blick in die historischen Gewächshäuser, ein Flair wie im Dschungel! Ein echter Geheimtipp.

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Little Mermaid

Mit gemieteten Fahrrädern cruisten wir danach weiter durch die City zu dem Wahrzeichen schlechthin. Der bezaubernden kleinen Meerjungfrau. Bei schönem Wetter ein super Platz um die Stadt und das Meer zu genießen. Sonnenseite!!!

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Christiansborg

Für die beste Aussicht über die Stadt empfehle ich euch den kostenfreien Turm von Schloss Christiansborg. Nach einer Sichherheitskontrolle wie am Flughafen geht es mit dem Fahrstuhl auf 106 Meter Höhe. Von der Aussichtsplattform hat man einen wunderschönen Blick bis rüber nach Malmö. Wer mag kann mit diesem view auch speisen. Es befindet sich nämlich ein Restaurant im Turm.

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BIKING TIME

Das Fahrradfahren ist wirklich großartig in Kopenhagen. Selbst bei strömendem Regen und Sturmböen lassen sich die Locals nicht von ihrem liebsten Verkehrsmittel abbringen. Wirklich hart im Nehmen, die Dänen. Während wir zu viert gequetscht unter einer Hausecke standen, ließen sie sich kaum etwas anmerken. Einfach mitmachen!

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Freistaat Christiania

Nach dem Wolkenbruch erreichten wir den sagenumwobenen Fristad Christiania. Eine der Top Sehenswürdigkeiten Kopenhagens. Ganz ehrlich, das kann ich nicht wirklich verstehen. Es fällt wahrscheinlich unter „muss man mal erlebt haben“.

Meine Vorstellung und die Realität lagen sowas von weit auseinander. Ich dachte an eine nette, kleine Hippie-Kommune mit viel Kunst und Kreativität, was ich gesehen habe waren Chaos, Drogen und ein wildes Durcheinander. Hinzu kam noch der ein oder andere unfreundliche Mensch und eine seltsam angespannte Atmosphäre. Nun gut, da muss wohl jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln. Passt aber definitiv auf wen und was ihr dort fotografiert und haltet euch an die überall sichtbaren „Regeln“.

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Tivoli und Bakken

Am nächsten Tag haben wir uns ein Ziel außerhalb der Stadt ausgesucht. Viele kennen den zentralen Vergnügungspark Tivoli im Stadtzentrum, aber nicht alle kennen den Freizeitpark Bakken rund 15 km vor den Toren Kopenhagens. Es ist sogar der älteste Vergnügungspark der Welt und der Eintritt ist im Gegensatz zum Tivoli frei. Also schwingt euch aufs Rad und nehmt die paar Kilometer auf euch, es lohnt sich. Auch der Weg dorthin ist echt nett und wenn ihr Glück habt, findet im Park sogar noch ein kostenloses Konzert statt.

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Auf dem Rückweg hat es sich angeboten, noch durch einige weitere Stadtteile zu radeln, und so haben wir noch mehr hübsche Ecken der Stadt erkunden können. Hier ein paar Impressionen, da ich unmöglich alles aufzählen kann, was wir gesehen haben. Die passende Beschreibung findet ihr z.B. im Reiseführer von Merian. Dieser war unser ständiger Begleiter und echt hilfreich, besonders die herausnehmbare Karte.

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Bootstour ab Nyhavn

Als besonderes Highlight rate ich euch noch zu einer typischen Touri-Bootstour. Diese starten so ca. alle 20 Minuten vom Nyhavn und sind wirklich schön. Man hat einen ganz anderen Blickwinkel auf Kopenhagen.

 

Abschließend kann ich sagen Kopenhagen ist eine Reise wert, aber auch nur eine und die vielleicht besser im Sommer. Dann habt ihr bestimmt ausschließlich Sonnenseiten. 🙂

 

1 Kommentare

  1. Herrlicher Beitrag – da komme ich wieder richtig ins Schwärmen… Wir sind auch Kopenhagen-Fans, haben es bei unseren Besuchen allerdings immer etwas langsamer angehen lassen und deshalb auch nicht soooo viel gesehen wie du 🙂 Danke für die super Tipps, nächstes Mal werden wir auch mal ein bisschen Gas geben!

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